Attentat in Norwegen

von Erik Boß (Kommentare: 1)

Foto: Blumen zum Gedenken an die Opfer vor den Nordischen Botschaften in Berlin - (c)2011. Aufnahmestandort

Das Attentat von Norwegen hat die europäische Öffentlichkeit geschockt. Ein Einzeltäter hat in einem Zeltlager Jugendliche erschossen sowie in Oslos Regierungsviertel mit einer Bombe Menschen in den Tod gerissen. Sein Anschlag galt der norwegischen Sozialdemokratie, er wollte ein Zeichen setzen und Menschen töten, die eine multikulturelle Gesellschaft fördern.

Wie so viele Ereignisse im Leben, so wird auch dieses durch die Medien an uns herangetragen. Die wenigsten haben einen persönlichen Bezug zur Tat, aber die Betroffenheit ist allgegenwärtig.

Auch ich war geschockt. Und traurig. Die Horrornachrichten erreichten uns ja eher scheibchenweise, die Szenen auf der Insel mochte ich mir gar nicht vorstellen, so grausam waren die Nachrichten. Es ist schlimm und macht ohnmächtig zu sehen, wie ein einzelner Mensch mit Energie und Willen so destruktiv in das Weltgeschehen eingreifen kann.

Mir gehen jetzt viele Fragen durch den Kopf, auf die ich keine Antworten weiß, und auf die wohl niemand Antworten weiß. Wieso kann ein einzelner Mensch solchen destruktiven Einfluss nehmen? Wieso kann das niemand verhindern? Wieso werden die sichtbaren Anzeichen erst nach der Tat richtig eingeordnet? Warum gelingt es Menschen nicht, sich ein schönes Leben aufzubauen? Warum entwickeln Menschen solch einen Haß?

Ich glaube, diese und ähnliche Fragen haben jetzt viele. Die Boulevard-Zeitungen haben ein gutes Gespür dafür und schreiben nun marktschreierische Schlagzeilen. Schlag-zeilen, die mich erschlagen wegen ihrer Dummheit.

Da tut es gut, wenn in den Print-Medien vereinzelt gute Artikel auftauchen, die dabei helfen, in dieser aufgewühlten Situation die Gedanken zu ordnen und in eine nachdenkliche und besonnene Richtung zu lenken. Zwei dieser Artikel möchte ich hier zum Lesen anbieten, sie sind von Arno Widmann, den ich auch sonst sehr schätze, und der für die Berliner Zeitung schreibt.

Vielen Dank für das Interesse an meinem Blog.
Erik Boß

 

Der nette, kluge Terrorist (Berliner Zeitung vom 26.07.2011, 2 Seiten)

Der kalte Blick (Berliner Zeitung vom 30.07.2011, 6 Seiten)

(Quelle: Archiv der Berliner Zeitung, www.berlinonline.de)



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Kommentar von Lev | 03.08.2011

Alle schauen auf den Mörder und suchen bei ihm nach Erklärungen, nehmen ihn als Protoyp eines Monsters wahr, versuchen das Besondere zu finden. Dabei sind die Ursachen in der Gesellschaft zu finden, die sich selbstherrlich der Hetze gegen Minderheiten hingibt und glaubt nie etwas falsch zu machen. Böse Menschen werden nie so geboren - wir erziehen sie.

 

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